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Kultur & Bildung
Getreide- und Kleiderkästen

Getreide- und Kleiderkästen

Jeder Meier - Bauer - in Alfen, Kirch- und Nordborchen hatte um 1304 nach einem Weistum das Recht, auf den Teil seines Dorfes in der Kirche einen abgabefreien Kleiderkasten zu setzen, jedoch mussten genügend Stehplätze für die Gottesdienstbesucher und den Priester bleiben, wenn dieser bei regnerischem Wetter den Umgang mit dem Kreuz in der Kirche hielt. Um zu den Glocken und zu dem Turm gelangen zu können, musste ebenfalls ein redlicher Gang freigehalten werden.
Nach den Bestimmungen von 1304 gab es aber auch für jeden Meier die Möglichkeit, einen weiteren Kasten für Getreide in die Kirche zu stellen. Diese Getreidekästen sollten in je zwei Reihen auf beiden Seiten der Kirche stehen. Die Kästen durften ein Fassungsvermögen von fünf bis sechs Malter Roggen nicht überschreiten, damit ein jeder sein Brotgetreide dort unterstellen konnte. Pro Malter, der nach damals üblichem Paderborner Hohlmaß 157 Liter entsprochen haben könnte, musste jährlich ein Pfennig an den Templierer gezahlt werden. Die beiden Kästen des Pfarrers und der sogenannte St.-Michaels-Kasten waren frei von Abgaben.
Die Abgaben waren von dem Meier jeweils am Donnerstag nach Ostern zu zahlen. Geschah dieses nach Überschreiten einer weiteren Frist nicht, so wurden die Kästen der Säumigen entfernt. Das Recht, die Kästen in der Kirche aufzubewahren, war kein erbliches, sondern von der Genehmigung des Abtes vom Kloster Abdinghof abhängig. Ohnehin war der Turm in Kriegs- und Fehdezeiten von Kästen zu räumen, um Pferde unterbringen zu können.
Von damals noch untergeordneter Bedeutung war ein Passus der Statuten, der den Meiern der Erbgenossen in Kirchborchen gegen bestimmte Abgaben erlaubte, eine Scheune bzw. einen Spycker (Speicher) auf dem Kirchhof zu bauen. Geregelt wurde in den Abmachungen von 1304 schließlich auch die Bestrafung der Bauern, die den Grundherren die Abgaben schuldig blieben und die bisher ausschließlich mit dem Kirchenbann bestraft wurden, der fast ständig ignoriert worden war. Die Bestrafung sah nun in erster Linie Geldstrafen vor.
1370 änderte sich dieses Weistum, von Kleiderkästen war nicht mehr die Rede, das erlaubte Fassungsvermögen der Getreidekästen verringerte sich auf 4 - 5 Malter für den je 2 Pfennige zu zahlen waren und nun durften Meier und Kötter die Kästen in der Kirche unterbringen.

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