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Die Geschichte der Gemeinde Borchen

Seit 1975 bilden Kirchborchen, Nordborchen, Alfen, Etteln und Dörenhagen die heutige Gemeinde Borchen. 7 km südlich der alten Kaiser- und Bischofsstadt gelegen, sind die Verkehrsanbindungen nach Paderborn als kulturellem und wirtschaftlichem Zentrum des ostwestfälischen Raumes sehr gut und auch Borchen hat viele Einrichtungen vor Ort zu bieten. Jeder Ortsteil verfügt über Kindergärten, Schulen, Büchereien und Sporthallen. Gewerbebetriebe entwickeln sich außerordentlich positiv und das Gewerbegebiet in Borchen-Alfen bietet attraktive Flächen mit direktem Autobahnanschluss und Flugplatznähe.



Foto St. Michael Wehrkirche Kirchborchen

St. Michael Wehrkirche Kirchborchen

Die Gemeinde Borchen wurde im Jahre 1969 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Alfen, Kirchborchen und Nordborchen gegründet. Die heutige Gemeinde entstand 1975 im Rahmen der kommunalen Neugliederung durch Angliederung der Gemeinden Dörenhagen und Etteln.
Sie liegt südlich der Bischofsstadt Paderborn und gehört - umgeben von Eggegebirge und Haarstrang - zur Paderborner Hochfläche. Der Siedlungsschwerpunkt liegt am Ort des Zusammenfließens von Alme und Altenau. Das Bild der Gemeinde ist land- und forstwirtschaftlich geprägt. Auf den nach Südwesten orientierten Hängen mit Kalkböden hat sich intensiver Steinobstanbau entwickelt, wobei besonderes der Anbau der Zwetschen hervorzuheben ist. Einen Tag vor Verkaufsbeginn wurde dieser angekündigt und am nächsten Tag kamen Menschen von weither, um Zwetschen einzukaufen. Was zuviel war, wurde in "Broathöiseken" getrocknet. Ursprünglich war der Borchener Raum durch den Laubmischwald flächendeckend geprägt - Buchen und Eichen bevorzugen kalkreichen Boden, Weiden und Erlen stehen in den Talauen und Eichen findet man an Südhängen.



Die Borchener Geschichte geht aber zurück bis in die graue Vorzeit:
Vor ca. 150 Millionen Jahren war der Borchener Raum - wie der größte Teil Norddeutschlands - vom Kreidemeer überdeckt. Die im Meer horizontal abgelagerten Kreidekalkschichten wurden vor ca. 60 Millionen Jahren bei der "Alpenauffaltung" durch starken Druck emporgehoben und schräg gestellt. Heute noch deutlich zu erkennen an dem Höhenunterschied innerhalb der Gemeinde Borchen mit max. 209 m.
Die nächste wichtige Prägung erfuhr der Borchener Raum durch nach Nordwesten abfließende Niederschläge, die sich ihren Weg im Gestein suchten und so ein dichtes Netz von Wasserrinnen, Gräben, Senken und Talauen geschaffen haben und dadurch die Täler von Alme, Altenau und Ellerbach entstanden sind.
Vor ca. 40.000 Jahren brachte die Saale-Eiszeit von Norden her mächtige Eismassen, die enorme Schuttmassen in Form von Sand, Lehm, Löss und Geröll ablagerten. Im Laufe der Jahre wurde die Landschaft durch die Flüsse weiter ausgeformt. Von entscheidender Bedeutung für unseren Raum ist die Tatsache, dass der Kreidekalk starker Auflösung durch Wasser unterliegt. Das sauerstoffreiche Regenwasser löst chemisch den Kalk und tiefe Risse und Klüfte, die sich senkrecht durch das Gestein ziehen, durchsetzen die mächtigen horizontal gelagerten Gesteinsbänke bis in große Tiefen.



Foto Schloss Hamborn

Schloss Hamborn

Hierdurch versickert das Regenwasser in den tiefen Untergrund, bis es auf einer stauenden Schicht abfließt. So kommt es, dass in trockenen Sommermonaten einige der Flüsse in Borchen versiegen und unterirdische "Flüsse" bilden, die große Hohlräume entstehen lassen und deren Decken oft einstürzen und als Trichter (=Doline) in Feld und Flur zu finden sind, wie z. B. die "Spielmannskuhle". Nach starken Regenfällen können aus diesen Trockentälern reißende Flüsse werden, was nicht zuletzt durch das katastrophale Hochwasser vom 16./17. Juli 1965 deutlich wurde. Dieses Hochwasser ist besonderes den Einwohner/innen im Ortsteil Etteln in schmerzlicher Erinnerung. Weitere Hochwasser in den Jahren 1738, 1799, 1805, 1817, 1821, 1830, 1841, 1845, 1851, 1852 und 1882 sind in der Chronik aufgeführt. Aus der schlimmen Erfahrung von 1965 wurde dann ein System von Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Eines befindet sich zwischen Kirchborchen und Hamborn und hält das Hochwasser des Ellerbachs zurück.



Da das Regenwasser nur bedingt an der Oberfläche den Feldern zugute kommt, herrscht oft große Trockenheit. Besonders betroffen davon sind Dörenhagen, Eggeringhausen und Busch, so nannte man sie dann die "trockenen Dörfer". Wegen extremer Trockenheit mussten die Menschen im Jahre 1911 sogar bis an die Paderquellen, um sich dort den Vorrat zu holen.
Über den fehlerhaften Umgang mit dem kostbaren Nass berichtet H. Stille, der um 1900 die Hydrologie der Hochfläche erforschte, hinsichtlich des Prophetenbrunnens, der auch stets Wasser hielt. Diesen vertiefte man, um seine Ergiebigkeit zu erhöhen, erreichte hier aber nicht nur das Gegenteil, sondern auch das Niveau des Sprengelborns senkte sich, so dass er jetzt im Sommer oft versiegt. Man hatte die wasserhaltenden Tonschichten durchbrochen und war auf den klüftigen Kalk gestoßen, der das Wasser vollends abfließen ließ. Die deutlichen Beeinträchtigungen der Wasserführung in den "trockenen Dörfern" können als ein frühes Beispiel schädigender Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt gelten.



Foto Vodes Kolk

Die Karstquelle Vodes Kolk

Dem entgegen steht der ungewöhnliche Wasserreichtum im östlichen Borchen. Durch die unterirdischen Wasserläufe (Karstwasser) treten in den Tälern Quellen an die Oberfläche. So zu sehen in Nord- und Kirchborchen, wobei Kirchborchen wohl quellenreichster Teil der Gemeinde ist. Die bekannteste Karstquelle hier ist Vodes-Kolk, auch Storchenkolk genannt, um den sich die Sage rankt, aus diesem Wasser hätten einst die Störche die kleinen Kinder geholt. In Nordborchen wird die Gräfte des Mallinckrodthofes von Quellwasser gespeist, so auch die Alme und Altenau - das verraten die Nebelschwaden, die bei kaltem Wetter über den Flussläufen hier zu beobachten sind.

In Auszügen und teilweise verändert aus der Quelle: Heimatbuch Borchen

Hinweis: Das Heimatbuch Borchen kann im Bürgerbüro der Gemeinde Borchen käuflich erworben werden. Weitere Informationen erhalten Sie direkt im Bürgerbüro oder telefonisch unter der Nummer 05251 / 3888 - 0








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